Smart Cities verbinden alle Menschen und alles miteinander – und Cybersicherheit ist mittlerweile unverzichtbar, um den reibungslosen Ablauf in unseren Städten, unserer kritischen Infrastruktur und unserem Alltag zu gewährleisten, während Sicherheitslücken weitreichende und gefährliche Folgen haben könnten.
Welche neuen und aufkommenden Bedrohungen und Chancen gibt es, und wie können wir den Risiken einen Schritt voraus sein?
1. Risiken für die Cybersicherheit sind allgegenwärtig
Der Wert unserer Daten steigt stetig an. Und laut Europol nehmen auch Datenlecks immer häufiger zu, wobei Cyberkriminelle immer aggressivere Methoden anwenden.
Phishing, Ransomware, Malware und Social Engineering gehören zu den typischen Bedrohungsszenarien, denen Smart Cities ausgesetzt sind. Unterdessen entwickelt sich die Cyberkriminalität zu einer eigenen, florierenden „as a Service“-Branche.
Erfahrene Hacker verkaufen ihr Know-how an angehende Kriminelle, während auf Untergrundmärkten alles von Malware bis hin zu gestohlenen Zugangsdaten erworben werden kann.
2. Die Cyber-Angriffe nehmen zu
Das immer schnellere 5G-Internet und das wachsende „Internet der Dinge“ – vernetzte Geräte, die von Spielzeug über Thermostate bis hin zu Rollern und Autos reichen – bedeuten eine massive Zunahme der Angriffsflächen, die ausgenutzt werden können.
Ein schwaches oder Standardpasswort für Ihren Smart-Kühlschrank oder Fernseher macht es Cyberkriminellen leicht, an Ihre Daten zu gelangen.
Im größeren Maßstab könnte ein Hacker das Stromnetz eines ganzen Gebäudes lahmlegen, um Lösegeld zu erpressen, oder – schlimmer noch – ein massiver Cyberterror-Angriff auf kritische Infrastruktur – wie in der Ukraine zu beobachten – kann eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.
3. Künstliche Intelligenz – Chancen und Risiken
Generative KI hat heute vieles möglich gemacht, was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction wirkte. Viele von uns versuchen daher, die Vorteile der KI für sich zu nutzen – und dazu gehören auch Cyberkriminelle.
KI ermöglicht überzeugendere und ausgefeiltere Telefonbetrugsmaschen – beispielsweise durch den Einsatz von Technologie, um die Stimmen von Angehörigen in Not zu klonen und so Lösegeldzahlungen zu erpressen. Positiv zu vermerken ist, dass KI ein Verteidigungsinstrument zur effektiven Erkennung und Überwachung von Sicherheitsbedrohungen darstellt.
Für KONE tragen KI-basierte Analysen zur Verbesserung der vorausschauenden Wartung bei: Sie ermöglichen es, zukünftige Wartungsbedürfnisse zu antizipieren und Probleme zu identifizieren, bevor sie zu Störungen führen.
4. Wir alle werden zu Cyber-Bürgern
All diese rasanten Fortschritte lassen Cybersicherheit vielleicht wie ein rein technisches Problem erscheinen, doch es ist ebenso eine Frage menschlicher Fehlbarkeit.
Ein gewiefter Betrüger kann Sie dazu bringen, auf so gut wie alles zu klicken, wenn er die richtigen Informationen über Sie hat. Cybersicherheit liegt heutzutage in der Verantwortung jedes Einzelnen, da die Nachlässigkeit einer Person eine ganze Gemeinschaft gefährden kann. Das bedeutet, dass wir alle auf dem Laufenden bleiben und uns für Cybersicherheit sensibilisieren müssen, um unsere wertvollen Daten zu schützen.
Die Cyber-Citizen-Initiative der EU zielt darauf ab, das Bewusstsein und die Kompetenzen der europäischen Bürger im Bereich Cybersicherheit zu stärken. Dazu gehört die Entwicklung eines Lernportals und von Bildungsmaterialien zum Thema Cybersicherheit.
5. Physische Sicherheit trifft auf Cybersicherheit
Wir alle wissen, warum wir Rauchmelder und Einbruchmelder brauchen, aber in den Smart Cities von heute ist derselbe Ansatz auch für die digitale Sicherheit von entscheidender Bedeutung.
Wir bei KONE sind uns bewusst, dass die Cyber-Sicherheit eines Aufzugs genauso wichtig ist wie physische Sicherheitsmaßnahmen. Deshalb stehen bei der Entwicklung unserer Produkte und Lösungen die Cybersicherheit von Anfang an im Mittelpunkt.
6. Unser sich wandelnder Umgang mit dem Datenschutz
IoT-Geräte und intelligente Technologien erleichtern unser Leben zweifellos, doch dabei sammeln sie riesige Datenmengen – von unserem Standort über unsere Gesundheit und unseren Lebensstil bis hin zu unseren Ausgabegewohnheiten.
Viele Nutzer achten mittlerweile stärker auf ihre Datenschutzeinstellungen und sind sich der potenziellen Risiken bewusst, die mit intelligenten Geräten verbunden sind. Doch wie können intelligente Gebäude und Städte die Nutzung all dieser Informationen so ausbalancieren, dass sie die Lebensqualität der Bewohner verbessern und gleichzeitig das Recht des Einzelnen auf Privatsphäre wahren?
Für KONE bedeutet die Antwort auf diese komplexe Frage, sicherzustellen, dass unsere vernetzten Geräte Daten in angemessener und anonymisierter Weise erfassen und dass alle Informationen sicher und im Einklang mit den einschlägigen Datenschutzbestimmungen und -grundsätzen behandelt werden.
7. Recht und Ordnung im Cyberspace
Die Technologie zur Abwehr vieler Formen der Cyberkriminalität ist bereits vorhanden – doch rechtliche Anreize würden diesen Schutz weiter verbreiten. Eine Reihe von Bedrohungen könnte abgewehrt werden, wenn Gerätehersteller gesetzlich verpflichtet wären, Cybersicherheitslösungen und Software-Patches bereitzustellen.
Die Europäische Union hat mit der NIS2-Richtlinie und dem vorgeschlagenen Cyber Resilience Act bedeutende Schritte zum Schutz kritischer Infrastrukturen unternommen, doch die Regulierung des Cyberspace bleibt ein lückenhaftes und umstrittenes Thema, und es gibt keine einheitlichen Cybersicherheitsstandards.
8. Stärkung der Widerstandsfähigkeit durch Cybersicherheitsstandards
Dank der Zusammenarbeit innerhalb der Branche hat sich der IoT-Markt in letzter Zeit erfreulich weiterentwickelt. Ein wegweisendes Beispiel hierfür ist die im vergangenen Jahr eingeführte erste ISO-Norm für Cybersicherheit bei Aufzügen, Rolltreppen und Fahrsteigen.
KONE spielte eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung dieser Norm, die sicherstellt, dass bei der Konstruktion jeder neuen Anlage erstklassige Cybersicherheit integriert wird. In einem KONE-Aufzug können Sie sich darauf verlassen, dass das Risiko böswilliger Eingriffe von vornherein minimiert ist.
9. Die zunehmende Bedeutung des Ethical Hacking
Nicht alle Hacker sind Kriminelle. Die schnell wachsende und hochqualifizierte Community der ethischen Hacker besteht aus Einzelpersonen und Gruppen, die ihre Cyber-Kompetenzen einsetzen, um Unternehmen dabei zu helfen, Schwachstellen in ihren Produkten, Dienstleistungen und Systemen aufzudecken, bevor dies böswilligen Akteuren gelingt.
KONE engagiert freundliche „White-Hat“-Hacker, um seine Cybersicherheitsmaßnahmen bei Meetups wie dem Disobey Nordic Security Event sowie im Rahmen sogenannter „Bug-Bounty“-Programme zu testen. Dabei erhalten Computerexperten Belohnungen für das Aufdecken von IT-Schwachstellen, die dann behoben werden, bevor sie ausgenutzt werden können.
Kurzes Glossar zur Cybersicherheit
- Phishing: Ein betrügerischer Versuch, eine Person dazu zu verleiten, sensible Informationen preiszugeben, indem man sich als vertrauenswürdige Instanz ausgibt, häufig per E-Mail.
- Malware: Bösartige Computersoftware, die darauf ausgelegt ist, Computersysteme zu beschädigen, zu stören oder sich unbefugten Zugriff darauf zu verschaffen.
- Ransomware: Eine Form von Malware, die den Zugriff der Nutzer auf ihre Dateien oder Geräte sperrt und eine Zahlung verlangt, um den Zugriff wiederherzustellen.
- IoT: Internet der Dinge – das Netzwerk miteinander verbundener Geräte (wie Smart-Home-Geräte, Wearables, industrielle Sensoren), die über das Internet kommunizieren und Daten austauschen.
- Sicherheitslücke: Eine Schwachstelle oder ein Fehler in einem System, Netzwerk oder einer Anwendung, die von Angreifern ausgenutzt werden könnte.
- OT: Operational Technology (Betriebstechnik) bezeichnet die Hardware und Software, die zur Überwachung und Steuerung physischer Geräte, Prozesse und Infrastrukturen in Branchen wie der Fertigung und dem Transportwesen eingesetzt wird.