Mit dem rasanten Wachstum der Städte weltweit steigen auch ihre Emissionen. Da Gebäude für fast 40 %* der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich sind, führt der Weg in eine kohlenstoffarme Zukunft direkt über die bebaute Umwelt. Auf der COP 30, der 30. Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Brasilien, richteten die Staats- und Regierungschefs der Welt ihr Augenmerk auf grüne Gebäude, um zur Erreichung der globalen Klimaziele beizutragen. Die Initiative „Buildings Breakthrough” der Konferenz, die darauf abzielt, bis 2030 emissionsnahe und klimaresistente Gebäude zur neuen Norm zu machen, verstärkt diesen Fokus – eine Herausforderung, der sich Kirsi Simola-Laaksonen, SVP, Nachhaltigkeit und Umwelt bei KONE, bereits stellt.
„Die Modernisierung von Gebäuden zur Dekarbonisierung ist nicht nur ein Trend – sie prägt die Zukunft der Städte”, sagt Simola-Laaksonen. „Aber sie ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Die Vorteile für unsere Kunden sind so zahlreich, dass ich sie nicht an meinen zehn Fingern abzählen kann.”
Grüne Gebäude verändern die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Sie sind so konzipiert, dass sie die Umweltbelastung reduzieren und gleichzeitig effiziente, komfortable und sichere Räume schaffen. Durch den Einsatz energiesparender Systeme, nachhaltiger Materialien, wassersparender Lösungen und intelligenter Automatisierung senken grüne Gebäude die Emissionen und die Betriebskosten. Aber die Vorteile gehen über den Planeten hinaus – sie bedeuten ein gesünderes Raumklima, niedrigere Energiekosten und höhere Immobilienwerte.
KONE-Kundenprojekte wie unsere Zusammenarbeit in Tallinns Ülemiste City und das vollständig modernisierte Hotel Marcel in den USA zeigen nachhaltige Lösungen in der Praxis – und demonstrieren, wie auch bestehende Gebäude an veränderte Standards angepasst werden können.
KONE ist außerdem Mitglied mehrerer Green Building Councils weltweit. Diese Councils fördern nachhaltige Baupraktiken durch Standards, Aufklärung und politische Interessenvertretung, um die Umweltbelastung durch bebaute Flächen zu reduzieren. Mehr als 85 nationale Gremien sind Teil des Netzwerks des World Green Building Council, das sich über fünf Regionen weltweit erstreckt.
* Einschließlich der betrieblichen Emissionen und der in Materialien und Bauprozessen enthaltenen Kohlenstoffmenge. Quelle: UN-Umweltprogramm & Global Alliance for Buildings and Construction. (2025). Global Status Report for Buildings and Construction 2024/2025.
Verfeinerung lokaler Praktiken in Vietnam
Vietnam, wo es mehr als 550 Gebäude mit Umweltzertifikat gibt, ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie sich schnell wachsende Städte rasch und in großem Umfang für Nachhaltigkeit engagieren können. Angesichts der raschen Urbanisierung, des zunehmenden Klimadrucks durch Taifune und Dürren sowie des steigenden Energiebedarfs einer wachsenden Bevölkerung ist umweltfreundliches Bauen zu einer nationalen Priorität geworden.
Douglas Lee Snyder, Geschäftsführer des Vietnam Green Building Council (VGBC), arbeitet seit 2012 an vorderster Front in Hanoi und unterstützt Vietnam dabei, globale Prinzipien des grünen Bauens in die lokale Praxis umzusetzen. Grüne Gebäude folgen sieben Schlüsselprinzipien, die vom World Green Building Council definiert wurden: Energie, Resilienz, Kreislaufwirtschaft, Wasser, Biodiversität, Gesundheit sowie Gerechtigkeit und Zugang. Grüne Gebäude werden in der Regel durch Systeme wie LEED, BREEAM und WELL zertifiziert, die Standards für Umweltleistung und die Gesundheit der Bewohner festlegen. In Asien haben viele Länder ihre eigenen unabhängigen nationalen Zertifizierungssysteme.
„Die Standards für grünes Bauen in Vietnam haben ihre eigene Identität entwickelt, die von der lokalen Geografie, dem Klima und den hier verfügbaren Materialien geprägt ist. Man kann nachhaltige Standards nicht einfach von woanders kopieren und einfügen, da jedes Land sie an die lokalen Gegebenheiten anpassen muss“, erklärt er.
Beispielsweise legt die vietnamesische LOTUS-Zertifizierung den Schwerpunkt auf passive Gestaltungskonzepte wie Beschattung, natürliche Belüftung und intelligente Gebäudeausrichtung, um die Innentemperaturen niedrig zu halten. Die Zertifizierung belohnt auch die Verwendung lokal beschaffter Materialien, wodurch Transportemissionen reduziert und die lokale Wirtschaft angekurbelt werden.
Die Praktiken für grünes Bauen in Vietnam spiegeln auch lokale Umweltprobleme wider, wie übermäßige Sandgewinnung oder unzureichendes Wassermanagement. Inspiriert vom Konzept der „Schwammstädte“ nutzen Planer auch begrünte Dächer, poröse Pflastersteine und städtische Feuchtgebiete, um Regenwasser aufzufangen und wiederzuverwenden, wodurch Städte widerstandsfähiger werden.
„Nachhaltigkeit war früher optional. Jetzt wird sie Teil der normalen Praxis“, sagt Snyder.
Aufzüge als wichtiger Bestandteil umweltfreundlicher Gebäude
Aufzüge spielen in grünen Gebäuden eine wichtige Rolle und tragen dazu bei, Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitszielezu erreichen. KONE war das erste Aufzugs- und Fahrtreppenunternehmen, dessen Produkte unabhängig im Rahmen der vietnamesischen LOTUS-Zertifizierung für grüne Produkte anerkannt wurden.
Bei KONE sehen wir Zertifizierungen für grüne Gebäude als starken Katalysator für eine nachhaltige städtische Transformation. Für viele Kunden sind sie nicht nur ein Nachhaltigkeitslabel, sondern auch ein Tor zu grüner Finanzierung, stärkerem Investorenvertrauen und langfristigem Vermögenswert.
Wie Sie ein Green Building Standard erreichen, erfahren Sie in unserem einfachen aber umfangreichen Leitfaden von Prof. Dr.-Ing. Martin Pfeiffer. Martin Pfeiffer lehrt und forscht seit 25 Jahren an der Hochschule Hannover zu Sustainable Buildings und hat selbst diverse Bauwerke als Architekt möglichst „green“ gestaltet. Im Jahr 2022 hat er das Bestseller-Fachbuch "Nachhaltiges Bauen" mit herausgebracht.
„Je mehr wir uns an nationale Rahmenbedingungen anpassen, desto einfacher ist es für unsere Kunden, Zertifizierungsziele zu erreichen und ihre Produktportfolios zu dekarbonisieren. Unsere Partnerschaften mit Green Building Councils auf der ganzen Welt sind dabei von entscheidender Bedeutung“, sagt Simola-Laaksonen.
Die Entwicklung von grünen Gebäuden wird auch durch Innovationen vorangetrieben, die Emissionen reduzieren und Energie zurückgewinnen. Die regenerativen Antriebssysteme von KONE beispielsweise gewinnen bei jeder Bremsung eines Aufzugs Energie zurück und speisen sie in das Gebäudenetz ein, wodurch bis zu 40 Prozent des Energieverbrauchs eines Aufzugs zurückgewonnen werden. Wie viel ein Aufzug an Strom verbraucht, erfahren Sie hier.
KONE sucht außerdem aktiv nach innovativen, nachhaltigen Materialien für Aufzüge und Fahrtreppen, um kohlenstoffintensiven Stahl zu ersetzen und gleichzeitig Sicherheit und Leistung zu gewährleisten. So ist beispielsweise das UltraRope®-Aufzugsseil von KONE aus Kohlefaser leichter und langlebiger als Stahl, wodurch der Energieverbrauch gesenkt und die Lebensdauer von Aufzügen in Hochhäusern verlängert wird.
„Aufzüge und Rolltreppen sind Teil jedes großen Gebäudes“, bemerkt Snyder. „Wenn diese Systeme regenerative Antriebe oder recycelte oder kohlenstoffarme Materialien verwenden, vervielfacht sich die Wirkung schnell auf dem gesamten Markt.“
Gebäude lassen Menschen aufblühen
Neben Klimazielen sollte Nachhaltigkeit auch den Menschen dienen. Dies steht im Einklang mit dem kundenorientierten Ansatz von KONE in Bezug auf Nachhaltigkeit: Gebäudeeigentümern und -entwicklern dabei zu helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die Leistung und den Komfort der Räume zu verbessern, die Menschen täglich nutzen.
„Wenn man ein Gebäude umweltfreundlicher gestaltet“, sagt Snyder, „verbessert man nicht nur seine Umweltbilanz, sondern auch das Erlebnis für alle. Die Menschen spüren den Unterschied in der Luft, im Licht und in der Funktionsweise des Gebäudes.“
„Genau das motiviert den Ansatz von KONE: Innovationen, die sowohl dem Unternehmen als auch den Menschen dienen“, sagt Simola-Laaksonen. Die Vorteile für die Menschen liegen auf der Hand: Büros mit natürlichem Licht und sauberer Luft steigern die Produktivität, Krankenhäuser mit ruhigerer Akustik unterstützen die Genesung der Patienten und Schulen mit besserer Belüftung helfen den Kindern beim Lernen.
Snyder sagt, dass es immer noch einige Missverständnisse in Bezug auf grüne Gebäude gibt. „Die Menschen gehen davon aus, dass grüne Gebäude teurer sind, aber das stimmt nicht wirklich“, sagt er. „Wenn man die niedrigeren Energie- und Wasserkosten sowie den höheren Wiederverkaufs- oder Zukunftswert zertifizierter Gebäude berücksichtigt, überwiegt der langfristige Business Case bei weitem die Anfangsinvestition.“
„Letztendlich geht es nicht nur um Kohlenstoff“, sagt Snyder. „Es geht darum, Orte zu schaffen, an denen Menschen wirklich gedeihen können.“
Was macht ein Gebäude umweltfreundlich?
- Energieeffizientes Design – verbraucht weniger Strom durch intelligente Systeme, energiesparende Beleuchtung, Isolierung und erneuerbare Energien.
- Aus kohlenstoffarmen Materialien gebaut – verwendet recycelte, verantwortungsbewusst beschaffte und kreislauffähige Rohstoffe und Komponenten.
- Für den Betrieb optimiert – läuft effizient mit digitaler Überwachung, Automatisierung und vorausschauender Wartung.
- Gesund für Menschen – maximiert Tageslicht, saubere Luft und Komfort für die Bewohner.
- Wassersparend – fängt Regenwasser auf, verwendet Grauwasser wieder und spart Wasser.
- Zertifiziert für Nachhaltigkeit – erfüllt anerkannte Standards des Green Building Council wie LEED (Leadership in Energy and Environmental Design), BREEAM (The Building Research Establishment Environmental Assessment Method), WELL (WELL Building Standard) oder länderspezifische Standards wie das LOTUS Green Product Certificate.